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Veranstaltungen 2019

Donnerstag, 31. Januar, 19.30 Uhr                        FB III

DEUTSCHE UND SLAWEN NÖRDLICH DER ELBE – NEUE FORSCHUNGSERGEBNISSE ZU KONFLIKTEN IM MITTELALTER

Günther Bock, Historiker, Großhansdorf

Rokokosaal im Herrenhaus, Am Domhof 12, Ratzeburg

Historiker „der älteren Schule“ gehen davon aus, dass die wiederholten kriegerischen Konflikte zwischen Sachsen und Slawen nördlich der Elbe vorrangig als Auseinandersetzungen zwischen den Repräsentanten des christlichen Glaubens und der sogenannten „heidnischen Kultur“ verstanden wurden. Die Werke Adams von Bremen und Helmolds von Bosau, die im strengen Sinn keine unabhängigen Geschichtswerke, sondern christlich gefärbte Auftragsarbeiten der damals regierenden Bischöfe sind, dienen ihnen als Beleg. Neuere und an überprüfbaren Fakten orientierte Forschungen zeigen nun eine andere und weitaus detailliertere Sichtweise. Diese Erkenntnisse gründen vor allem auf die „sträflich“ vernachlässigte Zusammenschau von historischen Überlieferungen, archäologischen Ergebnissen, den Untersuchungen von Orts- und Personennamen, genealogischen Forschungen und der Siedlungs- und Kunstgeschichte.

Der Historiker Günther Bock hat all dies zusammengetragen und kann so beweisen, dass insbesondere in den heutigen Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg zwischen 800 und 1300 weiträumige Kontakträume und Übergangszonen zwischen den Volksgruppen festzustellen sind, die ihrerseits neue historische Bewertungen erfordern. Von dem ohnehin umstrittenen „limes Saxoniae“ kann demnach keine Rede sein. Vielmehr stritten Vertreter der Kirche und des Adels (der auch unter sich) um Machteinfluss und Zinseinkünfte aus den Dörfern. „Adel, Kirche und Herrschaft - Die Unterelbe als Kontaktraum im europäischen Kontext des 10. bis 13. Jahrhunderts“ heißt sein über 600 Seiten starkes Werk, das im Spätsommer 2018 erschien und auch die europaweiten Vernetzungen dieser Region untersucht. Der Vortrag geht auf die wichtigsten neuen Erkenntnisse und die daraus resultierenden Geschichtskorrekturen ein.

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Ratzeburg)

 

Dienstag, 26. Februar, 19.30 Uhr                          FB III

DIE LUTIZEN IN NORDDEUTSCHLAND – ARCHÄOLOGIE EINER KRIEGERISCHEN STAMMESWELT

PD Dr. Felix Biermann, Universität Greifswald

Rokokosaal im Herrenhaus, Am Domhof 12, Ratzeburg

Die Lutizen waren miteinander verbündete nordwestslawische Stämme im heutigen nordostdeutschen Raum, die bei einem großen Aufstand im Jahre 983 die deutsche Vorherrschaft abschüttelten, zu ihren alten Göttern zurückkehrten und ihre Unabhängigkeit für die folgenden anderthalb Jahrhunderte wahren konnten. Im 12. Jahrhundert unterlagen sie, durch innere Wirren geschwächt und zunehmend anachronistisch im christlichen Mitteleuropa, der Übermacht ihrer deutschen, polnischen und dänischen Nachbarn. Die Lutizenzeit bildet eine faszinierende Episode der slawischen Geschichte im Südwesten der Ostsee: Die befestigten Herrschaftssitze kriegerischer Häuptlinge prägen als gewaltige Burgwälle bis heute die Kulturlandschaft, prachtvolle Silberschätze dokumentieren weitreichenden Fernhandel, und die Sage hat sich des lutizischen Haupttempels Riedegost/Rethra angenommen, der bis heute nicht sicher lokalisiert werden kann. Neue archäologische Funde und Ausgrabungen bieten spannende Einsichten in die Struktur und Entwicklung der lutizischen tribal areas. Über das neue Bild dieser untergegangenen Stammeswelt gibt der reich bebilderte Vortrag einen Überblick.  

(in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Ratzeburg)

 


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Heft 206 | November 2018


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